Tess Gerritsen: Leichenraub

Cam hat sich in die Lektüre eines Krimis vertieft. Sie schreibt:
Jahrelang, jahrzehntelang sogar, habe ich Krimis verschlungen. Meine Favoriten waren dabei Edgar Wallace, Dorothy L. Sayers, Mary Roberts Rinehart, Anne Perry, Kate Ross und Gillian Linscott. Dagegen habe ich

Ruth Rendell, Joy Fielding, Patricia Cornwell usw. nie angerührt, weil ich irgendwann einfach keine Krimis mehr lesen wollte.

Um so mehr hat es mich erstaunt, dass mir der Roman Leichenraub von Tess Gerritsen sehr gut gefallen hat, obwohl es sich eher um einen Thriller mit sehr vielen blutigen Details handelt, der nichts für schwache Nerven ist.

Julia Hamill, frisch geschieden und seit kurzem Besitzerin eines alten Hauses in einem Vorort von Boston findet in Ihrem Garten eine Frauenleiche. Wie sich herausstellt liegt die Tote dort bereits seit mehr als 150 Jahren. Kurz darauf wird Julia vom Cousin der Vorbesitzerin Ihres Hauses kontaktiert, weil dieser im Nachlass seiner Cousine Briefe gefunden hat, die an die erste Besitzerin des Hauses in den späten 1880iger Jahren geschrieben wurden.

Julia erhofft sich in dem Briefwechsel irgendeinen Hinweis auf die Tote in Ihrem Garten zu finden und taucht zusammen mit Henry durch die Briefe eines Augenzeugen in das Boston der 1830er Jahre ein.

Ein Boston in dem ein Serienmörder Krankenschwestern und Ärzte scheinbar wahllos auf grausamste Weise ermordet. Rose Connolly eine junge irische Einwanderin und Norris Marshall ein junger Medizinstudent werden durch Zufall unabhängig von einander Zeugen der Gräueltaten und geraten alsbald in das Visier der tumben Polizeibehörden und des skrupellosen Täters.

Gerritsen malt ein realistisches Portät der Zeit und der Stadt Boston. Wir erfahren viel über das in den Anfängen steckende Gesundheitswesen, den blühenden Handel mit Leichen, der durch die wachsende Nachfrage immer mehr medizinischer Fakultäten angefacht wird, das Misstrauen der protestantischen Bostoner gegenüber den katholischen Einwanderern aus Irland und die desolate Situation der Ärmsten der Armen.

Ein historischer Krimi? Ja, aber mit dem detailreichen Realismus, der durch Fernsehserien wie CSI modern geworden ist. Nichts für schwache Nerven, aber durchaus empfehlenswert für alle Anderen.

Hier geht’s zur Leseprobe

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2 Gedanken zu „Tess Gerritsen: Leichenraub

  1. Die Leseprobe ist gut, 52 Seiten, aber trotzdem ist es nicht genug, reicht aber unbedingt, mich auf die Folter zu spannen. Auf http://www.tess-gerritsen.de/ habe ich noch was aufgeschnappt von „Weltklasseautorin“ (ZDF) und „1.Liga der Crime Ladies“ (SZ), was will der Krimileser mehr. Ich bin sehr froh, dass ich keinerlei Gartenarbeiten zu verrichten habe….

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  2. Toll, Danke. Hatte natürlich doch wieder was vergessen :-), die Tags…, wußte ich doch, dass da noch was war. Aber Du hast eine gute Wahl getroffen, nochmal, DankeCamAm 28.03.2011 um 18:34 schrieb bücher <post@literarisch.posterous.com>:

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