Martin Suter – Allmen und die Libellen

Ursel. Ich kann schwelgen in Sachen Suter. Nach dem eleganten Gesellschaftsroman Der letzte Weynfeldt  endlich wieder ein neues Buch. Dazu etliche Interviews im Netz, auch bei youtube zu genießen.


Und zusätzlich noch eine zur Zeit öfter gezeigte TV-Dokumentation mit Suter als Hauptdarsteller, Romancier und „Gentleman-Farmer“, wie er sich humorvoll nennt. Wie überhaupt Humor wichtig ist für ihn, er sagt selbst, er habe einen Drang zum Unernsten.

Er überrascht immer wieder mit den Inhalten seiner Bücher. Diesmal geht es um einen reichen Sohn und Lebemann und dessen Lebensstil. Und auf einmal haben wir sogar ein Ermittler-Duo, weil noch ein Schuhputzer aus Guatemala mitmischt. Und dann kommen noch vor: Antiquitätenschmuggel auf höchstem Niveau, ein Toter, mondäne Villen, ein Gewächshaus spielt auch eine wichtige Rolle.

Schön, dass Suter nur schreibt, was er selbst lesen würde (steht im www bei Diogenes). Das trifft in der Regel genau meinen Geschmack. Was ich am liebsten an ihm mag: Er schreibt schlank. Ich will ihn jetzt nicht mit Daniel Kehlmann vergleichen, aber auch bei ihm habe ich das Gefühl, er schreibt unglaublich viel Inhalt in eher sparsam formulierte Sätze hinein. Und trotzdem ist die Sprache elegant, fein strukturiert und nicht plump kurz. Unglaublich, wie beide Autoren in kurzen Sätzen auf schmalen Seiten vielfältige Inhalte unterbringen. Das fällt mir vermutlich auch deshalb auf, weil ich nach Suter die Freiheit von Jonathan Franzen zu lesen begonnen habe, und das ist, was Satzlänge und Stil betrifft ein toughes Kontrastprogramm.

Man liest bei den Kritiken zu Suters neuem Buch von Enttäuschung, das ist mir aber wurscht. Stimmt das: Beginn einer großen Krimiserie? ich habe nicht die Empfindung gehabt, ich lese da einen Kriminalroman. Gegen eine Fortsetzung hätte ich aber auch nichts einzuwenden. Durch Suters stilistische Gabe wird es bestimmt keine Krimi-Reihe im herkömmlichen Sinn werden.

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Gerade rechtzeitig für meinen Beitrag und meinen Protest kam gestern dieser Tweet von @Literaturcafe mit dem Hinweis auf S.P.O.N. vom 28.01.2011 – Der Kritiker Georg Diez schreibt Mit dem Suterismus geht Europa unter.

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Ein Gedanke zu „Martin Suter – Allmen und die Libellen

  1. Hach, das ist mal wieder eine schöner, abwechslungsreiche Buchbesprechung…;-))Text, Tondatei dazu – macht es spannend…und auch noch Twitternotizen dazu!Danke an Dich! Ich glaube, ich muss mal langsam auf den Suter-Trip aufsteigen…;-)Anntheres

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