Andreas Eschbach – Eine Billion Dollar

Cam. Was tun mit diesem schier unvorstellbaren Vermögen. Das fragt sich auch John Fontanelli, ein armer Schlucker aus New York, der aus heiterem Himmel diese seit dem 16. Jahrhundert durch Zins und Zinseszins angesammelte Summe erbt.

Schade nur, dass sein Vorfahre Giacomo Fontanelli, der zu einem bestimmten Stichtag den jüngsten männlichen Nachfahren zu seinem Erben auserkoren hat, das Erbe an eine Art Bedingung geknüpft hat. In seinem Testament prophezeit er eben jenem Erben, derjenige zu sein, der der Welt die Zukunft wiedergeben wird.

Eine Billion Dollar – damit ist John Fontanelli plötzlich der mit Abstand reichste Mann der Welt. Sein Vermögen wächst mit jedem Atemzug um viertausend Dollar.

Wir erleben, wie John unter die Fittiche der Vacchis genommen wird, einer Anwaltsfamilie, die jahrhundertelang durch schlaue Geldanlagen das Vermögen seines Vorfahren wie im Testament festgelegt, vermehrt hat. Sie sorgen dafür, dass John seinem neuen Leben durch entsprechende Kleidung, Umgangsformen und Statussymbole gerecht werden kann.

Anfangs genießt John die Annehmlichkeiten seines Reichtums, aber die Prophezeiung lässt ihn nicht mehr los. Unerfahren in allen monetären Angelegenheiten zweifelt er bald daran, der Auserkorene zu sein. Wäre nicht vielleicht ein unter mysteriösen Umständen umgekommener Cousin der geeignetere Erbe gewesen und ist der Plan, den ihm ein geheimnisvoller Fremder eröffnet wirklich geeignet, die Menschheit zu retten?

Mir hat der Roman ausgesprochen gut gefallen. Eschbach gelingt es auf unterhaltsame und anschauliche Weise die Zusammenhänge und Verflechtungen der Kapitalmärkte zu erklären. Die Thematik ist durch die jetzige Finanzkrise aktueller denn je. Wenn man bedenkt, dass Eschbach den Roman 2001 veröffentlicht und auf Ereignisse der späten neunziger Jahre gegründet hat, wird umso deutlicher, wie lange die vielfältigen Probleme, die letztendlich zum Kollaps geführt haben, bereits existieren.

Viele der einschlägigen wirtschaftswissenschaftlichen Theorien und Lösungswege zu einem besseren Leben für alle, flicht Eschbach so unaufdringlich in seine Erzählung ein, dass ich mich gleichzeitig unterhalten und auf positive Weise belehrt fühle.

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Ein Gedanke zu „Andreas Eschbach – Eine Billion Dollar

  1. Danke für diese Buchvorstellung. Da scheint wirklich alles vertreten zu sein, Familiäres und Weltmärkte und viel, viel Geld – gepaart mit großen Sorgen. Ich habe ein bisschen webgeschnüffelt, der Autor hat einen Blog und sein Buch steht in Wikipedia. Jetzt träume ich davon, dass ich eines Tages von Anwälten in den Frankfurter Hof gebeten werde, um zu erfahren, dass ich Erbin eines 500 Jahre bestehenden Vermögens + Zins und Zinseszins bin. Aber wir wissen ja auch, Geld macht nicht glücklich, also lieber die Erbschaft dann nicht antreten – oder doch?

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