Agatha Christie – ein Synonym für England?

Dörte. Ich bin kein Krimifan, aber die humorvollen, wenig blutrünstigen Krimis von Agatha Christie haben mich auf langen Bahnfahrten doch immer wieder in ihren Bann gezogen und mich somit auch zur Benutzerin einer öffentlichen Bibliothek gemacht.

Einmal in eines ihrer Bücher versunken, machte es wenig, wenn die Bahnfahrt von Augsburg nach Berlin knapp sieben Stunden dauerte. Ihr Humor, der bei all ihren Krimis mitschwang, vertrieb mir die Zeit jedes Mal sehr gut. Doch wer ist eigentlich die Person, die hinter den Romanen steckt.

Agatha Mary Clarissa Miller wurde als Jüngste von drei Geschwistern am 15. September vor inzwischen 120 Jahren im englischen Torquay geboren. Mit 22 Jahren traf sie ihren zukünftigen Ehemann Archie Christie, den sie Ende 1914 heiratete, der sie aber 1926 verließ. 1930 lernte sie den Archäologen Max Mallowan kennen und heiratete ihn. Am 12. Januar 1976 verstarb die Schriftstellerin.

1920 erschien mit „The Mysterious Affair at Styles“ (dt. „Das fehlende Glied in der Kette„) ihr erstes Werk und seit dem veröffentlichte sie in schöner Regelmäßigkeit ein bis mehrere Geschichten pro Jahr. Ihre Storys (66 Kriminalromane, viele Kurzgeschichten und Theaterstücke) wurden in 45 Sprachen übersetzt und zahlreich verfilmt.

Christie war bekannt für ihre Schüchternheit und ihre „Unsichtbarkeit“ in der Öffentlichkeit. Doch einen kleinen Eindruck, wer sie war, geben ihre wenigen Interviews und Filmaufnahmen, welche die BBC in ihrem Agatha Christie Archiv passend zum 120. Geburtstag veröffentlicht hat.

Agatha Christie : A look at the life and craft of the world’s most successful crime writer“ bietet auch Filmdokumente von jenen, die sie kannten oder zu den Versuchen, das Geheimnis ihres erstaunlichen Erfolges zu erklären. Gerade heute steht die große Lady synonym für England, denn sie schaffte es, die Quintessenz des „Englischen Charakters“ in ihren Figuren widerzuspiegeln. Es geht einem dann schon manchmal so, dass man sich bei einem „echten“ Engländer an ihre Figuren erinnert fühlt oder sie anhand Christies Charakteren „erkennt“, oder?

Die Seite ist natürlich auf Englisch, aber echte Christie-Fans lassen sich davon nicht abschrecken. Ich kann auch nur jedem raten, einmal Miss Marple in der Originalsprache bei ihren Untersuchungen zu begleiten.

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2 Gedanken zu „Agatha Christie – ein Synonym für England?

  1. Ich arbeite mal in Kurzform: Krimifan / Christie-Ausgaben-Besitzerin / fand Autobiografie unaufregend / neugierig, warum sie einmal verschwunden war / M. Rutherford gefällt mir nicht, weil Miss Marple dünn war / Poirot und Peter Ustinov geht auch gar nicht. Um so mehr interessiert mich das BBC-Archiv mit Original-Tondokumenten der Autorin und von Menschen, die sie gut gekannt haben. Das Interview mit ihr wirkt abgelesen (?). Den Video-Spaziergang durch ihr Haus auf dem Land, das jetzt dem National Trust gehört, war interessant, vor allem die Bibliothek mit ihren Erstausgaben. Na ja, auch ein wenig voyeuristisch, wenn dann auch die Innereien ihres Kleiderschranks gezeigt werden. Fazit: „Verbrechen“ zahlt sich doch aus, wenn man ein solches „Landhäuschen“ dafür kaufen kann 🙂 Das Englisch kann man ganz gut verstehen, weil in der Regel langsam und deutlich gesprochen. Superbeitrag, danke dafür!

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  2. Agatha Christie hat auch mich begleitet – in gewissen Zeiten hab ich auch die Romane als Taschenbücher gesammelt. Die Filme sind inzwischen Kult, egal mit welcher Besetzung – sie wurden alle angesehen…Inzwischen schaue ich nicht mehr so viel fern und schon gar nicht die vielen Wiederholungen. Aber ein Buch sollte ich vielleicht mal wieder zur Hand nehmen…;-))

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